Vorwort

Sehr geehrte Sportfreunde,

Sehr geehrte Sportfreunde,
Horst Zeitler
soweit die Spielberichte vorlagen, habe ich wegen der Bedeutung dieser sportlichen Ära nachfolgend versucht, die damaligen Jahre zusammen zu fassen.

Die Angaben und Bilder (die teilweise schlechte Qualität bitte ich zu entschuldigen) stammen meist von folgenden Zeitungen: Fränkische Presse, Bayreuther Tagblatt, Frankenpost und Sportkurier.

Eine Gewähr auf Vollständigkeit und Reihenfolge der einzelnen Spiele innerhalb der Jahre kann zum Teil nicht übernommen werden. Bei einem Einbruch in unserem Sportheim sind leider viele Unterlagen gestohlen und anscheinend vernichtet worden.

Wenn Sie aus dieser Zeit noch im Besitz von Bildern oder Berichten sind, so lassen Sie es mich bitte wissen. Dies gilt besonders für die Spielserien 1967 bis 1970. Ergänzungen und Berichtigungen sind jederzeit möglich. Dies gilt natürlich auch für die Rubrik  „Vereinsgeschichte und mehr“.

Viel Spaß beim lesen, erinnern und schmunzeln.

Der TSV Donndorf-Eckersdorf erwies sich als würdiger Meister..

...so lauteten die Überschriften in der Presse nach dem 3:1 Auswärtssieg am 16.Juni 1964 in Wiesau.

Nach nur 3-jähriger Zugehörigkeit zur Bezirksliga Oberfranken Ost war der Aufstieg in die Landesliga – damals zweithöchste Amateurliga – geschafft.
Vor den 13 Jahren Landesliga wurden in der Bezirksliga folgende Platzierungen erreicht:

1961/62 Platz 10, 31:33 Punkte, 88:77 Tore,
17 Mannschaften (als einziger Neuling die Klasse erhalten) Adler mit 27 Treffern.

1962/63 Platz 7, 31:29 Punkte, 82:66 Tore,
16 Mannschaften.

1963/64 Platz 1, 47:13 Punkte, 107:43 Tore, (26:4 Heim, 21:9 Auswärts)
26:4 Heim-, 21:9 Auswärtspunkte.

In diesen 3 Bezirksliga-Jahren schnürten für den TSV hauptsächlich die Fußballstiefel: Hacke, Nicklas, Maisel, Raber, Adler, Akcinsky, Albrecht, G. Hacker, Hertel, Horn, H. Schoberth, Mann, Schill, Seiferth, Retsch, Hersch, Keller, Hümmer, Schwedler, Marcinek, Goldfuß, K. Schoberth, Hofmann, Hübner, Hüttner, Bäßler, Schödel.

Eine PKW-Kolonne von 63 Fahrzeugen begleitete die Mannschaft von Wiesau über Marktredwitz, Bad Berneck und Bayreuth hupend nach Hause. Über 400 Anhänger des TSV Donndorf-Eckersdorf waren in Wiesau dabei. Hunderte Menschen winkten und gratulierten den „Grün-Weißen“.

Dieser bisher wohl schönste Tag der Fußball-Vereinsgeschichte endete mit einer spontanen Feier im Hotel „Fantaisie“.

und ewig strahlen diese Grün-Weißen Sterne...

und ewig strahlen diese Grün-Weißen Sterne...
Stehend v.l.: Hans Seiferth, Konrad Albrecht, Manfred Keller, Herrmann Adler, Manfred Schill, Manfred Hersch, Georg Hacker, Erich Retsch, Klaus Hümmer, Spielertrainer Wilhelm Horn.
Kniend v.l.:Bernhard Maisel, Rudi Hertel, Dieter Raber, Hans Schoberth, Hans Akcinsky
Die besten Torschützen waren Albrecht (34 Tore– Torschützenkönig der Liga), Adler (25 Tore) und Retsch (15 Tore). Torwart Raber trug sich mit 7 verwandelten Elfmetern in die Torschützenliste ein.

Insgesamt 15300 Zuschauer (8200 Heim und 7100 Auswärts) verfolgten die Spiele des TSV in der abgelaufenen Serie.

Wir waren der 1. Landesligist des Landkreises Bayreuth.

Am 15.Mai 1964 wurde zudem der damalige Landesligist FC Bayreuth mit einem 7:0-Kantersieg aus dem DFB-Pokal geworfen.

Die Überschriften in der Fränkischen Presse und Frankenpost lauteten:

„Tollste Pokalsensation seit Jahren in Oberfranken. Die Donndorfer kanterten FC Bayreuth mit 7:0 nieder“.

„Der TSV zerschmetterte den langjährigen Landesligisten“.

Die Torschützen waren Adler (4), Albrecht (2) und Retsch. – Zuschauer 1300.

Zur Meisterschaftsfeier im Sportheim überreichte der damalige Landrat Dr. Kohut das Landkreiswappen, einen Meisterschaftsstrauß, ein Geldgeschenk (1.000,-- DM) und war sichtlich stolz auf seinen ersten Verein in der Landesliga. Neben ihn waren u. a. auch Fritz Schill (BLSV Oberfranken - überreichte einen Fußball und einen Schmuckteller), MdB Richard Müller (Vizepräsident des Bayerischen Fußballverbandes - überreichte einen Fußball) und Kreisspielleiter Ernst Guhlmann anwesend. Der Eckersdorfer Bürgermeister Pankraz Zölsch und der 2. Bürgermeister der Gemeinde Donndorf Fritz Bernreuther (stellvertretend für 1. Bürgermeister Georg Oetter) überbrachten Geldgeschenke. Schriftliche Glückwünsche kamen vom Finanzminister Dr. Pöhner und von Walter Lienhardt aus Athen.

Der Vereinsspielleiter Konrad Herath gab einen kurzen Überblick über die Arbeit in den letzten Jahren und bedankte sich mit Vorsitzenden Adam Schmidt bei den vielen ehrenamtlichen Helfern und Spendern. Neben der Mannschaft erhielten auch Karl Schoberth und Richard Flierl die goldene Vereinsnadel.

Wir waren damals der kleinste Landesliga-Ort Bayerns.

Wir waren damals der kleinste Landesliga-Ort Bayerns.
Vorsitzender Adam Schmidt
Fränkische Presse vom 19.06.1964: Der TSV Donndorf-Eckersdorf hat es geschafft

Noch vor wenigen Jahren gab es in Donndorf/Eckersdorf, dem Doppelort vor den Toren Bayreuths mit etwa 2500 Einwohnern, keinen besonderen Drang nach höherem. "Uns genügt die A-Klasse“ – das war fast eine ständige Redensart, besonders „der Alten“. Doch als vor genau zwei Jahren etwas überraschend der Aufstieg zur Bezirksklasse gelang, da war der Ehrgeiz nicht nur bei den Spielern – die hatten ihn schon lange vorher –geweckt, sondern auch in den Reihen der Mitglieder. Und die Vorstandschaft war auf einmal bereit, Opfer zu bringen, denn die Einsicht setzte sich durch, dass die höhere Klasse bei höheren Zuschauerziffern auch mehr Geld einbringen würde.

Zuletzt ist es für viele frühere Skeptiker beinahe zur Selbstverständlichkeit geworden, dass nur „ihre“ Mannschaft auch den Aufstieg zur Landesliga schaffen würde. Nicht gerade Leicht war es gerade für einen Landverein“, dieses Ziel zu erreichen. Sein Spielerreservoir ist nicht so groß wie in einer zehntausend und mehr Einwohnern zählenden Stadt. Den Spielern kann fast nichts geboten werden, um sie „bei der Stange“ zu halten. Folglich darf man hier noch von Idealismus sprechen, wenn auch der eine oder andere auswärtige Spieler aus einem gewissen Trotz heraus oder weil er in eine der beiden Ortschaften einheiratete“, beim TSV Donndorf-Eckersdorf weiterspiele.

Trotz des eigentlichen Doppelnamens des Vereins, der aus zwei Vereinen der jeweiligen Ortschaften hervorging, einigte man sich, den kürzeren Ortsnamen Donndorf zu wählen, obwohl die meisten Spieler aus dem größeren Eckersdorf kommen. Aber Rivalität kennt man nicht mehr, das war einmal!

Da die Platzanlage des TSV, d. h. in dem des Schlosses Fantaisie liegt, ist es den zukünftig aus ganz Ober- und Unterfranken kommenden Mannschaften der Name Donndorf geläufiger, zumal der Ort unmittelbar an der B 22 gute Verbindung garantiert.

Das Spielfeld im Tal wird so bald als möglich auf 66 x 106 Meter vergrößert. Besonders das Freundschaftsspiel gegen die Reserve des 1. FC Nürnberg (11:5) hat gezeigt, dass höher klassige Vereine auf dem zu kleinen Platz nicht ins Spiel kommen.

Die Erweiterung in der Länge erfolgt in Richtung Gut Geigenreuth, während die größere Breite durch die Auflassung der Aschenbahn auf der Tribünenseite gewonnen wird.

Spielführer Hans Schoberth und Spielertrainer Wilhelm Horn:

Spielführer Hans Schoberth und Spielertrainer Wilhelm Horn:
Fränkische Presse:
...was den einen der Hubschrauber,
ist den Donndorfern das Pferdegespann...
Ballspende der etwas anderen Art durch unseren unvergessenen Freund und Förderer Ludwig Stamm (vorne rechts).
Die Mannschaft bleibt in der derzeitigen Besetzung zusammen, es sei denn, der eine oder andere Spieler wird zur Bundeswehr eingezogen. Die 14 Stammspieler die während des vergangenen Jahres eingesetzt wurden, bilden auch in der Landesliga das Rückrat der Elf.

Nur - und das betonte Horn mit Nachdruck - in Zukunft muss mehr trainiert werden, mindestens zweimal die Woche, denn selbstverständlich stellt die höhere Klasse auch erhöhte Anforderungen.

Fränkische Presse:

Bleibt nur noch zu erwähnen, dass die TSV-Elf nicht nur die guten Wünsche der gesamten Einwohnerschaft aus Donndorf und Eckersdorf in die Spiele der Landesliga begleiten, sondern auch die von Hunderten von Anhängern aus den Ortschaften des westlichen Landkreises und nicht zuletzt aus Bayreuth selbst, verspricht man sich doch dort durch das frische Blut vom Lande eine Belebung des Stadtfußballs, der bekanntlich seit einiger Zeit stagniert. Dass das nicht zuletzt durch die treuen TSV-Anhänger geschehen wird, die ihre Mannschaft stets zu Hunderten bei Auswärtsspielen begleiten, dürfte von ausschlaggebender Bedeutung sein, denn an deren Begeisterung können sich auch andere ein Beispiel nehmen.